Eric Burdon
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Ich habe mir nun das aktuelle Album von Burdon gekauft - Soul of a Man - und bin enttäuscht. Schwer wiegt die Erinnerung an seine große Zeit, seine titanengleiche Zeit mir WAR. Was ist nur aus den "spill the wine"- und "San Francisco"-Zeiten geworden?
Dieses Album, mit all all dem Blues-Pomp, dem starken Rythmen und der nach wie vor beeindruckenden Stimme von Burdon ist ein Manifest darüber, dass es manchen Musikern einfach nicht gelingt, den rechten Absprung zu finden. Der Titelsong ("Soul of a Man") ist freilich ein großartiger Song. Wer ihn hört, denkt sich unweigerlich: "Was ist denn da los? Burdon macht ja plötzlich so dynamische und kraftvolle Musik! Wow, hört sich geil an!" Doch schon einen Song später hat sich eben dieser Stil auch schon hinreichend erschöpft und man denkt sich nur noch, ob man sich bis zum letzten Song durchquälen soll. Ich habe es getan. Und erstaunlicherweise wurde ich zum Schluss für meine Ausdauer belohnt: Der vorletzte Song "I don't mind" erinnert an das, was Burdon überhaupt, hauptsächlich und im Wesentlichen ausmacht! Da hört man einen lockerer, Blues mit leichten Jazz-Einflüssen, wo er zeigen kann, was ihm eigentlich liegt.
Selbstverständlich mag es einem Mann zugestanden sein, nach über 40 Jahren Musik seines Stil weiterzuentwickeln und sich auch in andere Richtungen zu entfalten. Aber ebenso mag es mir zugestanden sein, diese Musik nicht zu mögen. Ich habe die Burdon/WAR-Zeit geliebt und tue es noch heute. Das sich diese Richtung weiterentwickelt, wäre mein Wunsch gewesen - Burdon hat sich anders entschieden. Ich wünsche ihm dennoch, dass er mit diesem Album Erfolg hat, denn seit er seit dem fast 10-jährigen Interim zwischen WAR und heute wieder aufgetaucht ist, hat er endlich wieder die Chance, durch Platten, durch neue Platten Geld zu verdienen. Und vielleicht, vielleicht findet er eines Tages zu seiner brachialen Kreativität des "Spill the Wine" zurück. Vielleicht.
>>By hurrtz (Saturday, 25 Feb 2006 16:25)
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