Centrozoon
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Yatzyyyyyyyyyyyyy!
- durch schnödes Stöbern fiel mir der Long Player "Never trust the way you are" von Centrozoon in die Finger. Von Centrozoon hatte ich vorher noch nie etwas gehört, aber vom Sänger dieses Projekts: Tim Bowness. Der bildet zusammen mit Steven Wilson wiederum das Projekt No-Man. Steven Wilson ist das schnelle Fingerchen von Porcupine Tree - unglaublich, was der Gute auf der Gitarre veranstaltet. Über Steven Wilson kommt man ins David Sylvian-Universum. Richard Barbieri, Steve Jansen und Robert Fripp sind gerne dort Gäste. Aber auch Lisa Gerard bringt sich schon mal mit ein. Während Porcupine Tree progressiv rockt, früher progressiver, heute frontaler vor's Ziffernblatt, widmet sich No-Man dem Pop. Bass Communion ist die elektronisch-experimentelle Spielwiese von Steven Wilson und aus Porcupine Tree plus Bass Communion wird dann No-Man. Tim Bowness leistet sich den Luxus, nur Texte zu erstellen, um diese dann als melancholisch-charismatischen Gesang an den Hörer zu bringen. Für die Musik sind dann fast immer andere zuständig.
Diesmal kümmern sich zwei Deutsche um die Musik, Markus Reuter und Bernhard Wöstheinrich, die auch schon bei Tim Bowness seine Soloprojekte hilfreich zur Seite standen - Markus Reuter an der Touch Guitar, ein Gerät, das einem vielleicht mal bei King Crimson aufgefallen ist. Trey Gunn spielt diese außergewöhnliche Gitarre, die fast schon wie eine Sitar aussieht (Und das führt uns zur nächsten Überraschung. Pat Mastelotto, der Drummer von King Crimson hat auch an dem Album "Never trust the way you are" mitgebastelt) - und Bernhard Wöstenheinrich an den Synthies.
Herausgekommen ist ein herrliches, elektronisches Album, stellenweise so konventionell, dass man sogar eine Single auskoppeln könnte (Track 3: ten versions of america), bei der Depeche Mode sich kaputt ärgern würden, weil sie im Leben nicht mehr so geil klingen. Man ist aber in der Überzahl der Songs so weit vom Mainstream entfernt, dass ich mir Gedanken mache, ob die Jungs vorwiegend mit Taxifahren ihre Kohle verdienen, um über die Runden zu kommen. Tim Bowness singt und schluchzt gewohnt dandylike - an manchen Parts klingt er diesmal wirklich fast wie David Bowie. Mal düster, mal poppig, mal experimentell, sperrig, mal wavig, mal ambient, alles am Start und deswegen echt spannend. Der gute Klang fällt zudem angenehm auf.
Wer auf das Besondere steht sollte in "Never trust the way you are" mal reinhören.
>>By nordwind (Thursday, 1 Feb 2007 11:24)
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